Philosophie

Da ich ein künstlerisch veranlagter Mensch bin, liegt es in meiner Natur, Schönes zu schaffen und nicht etwas so schönes, wie ein Pferd, durch falsche
Behandlung zu zerstören. Nach meiner Auffassung entspricht das Pferd an sich in seiner Natur einem Kunstwerk, welches wir durch unser Reitergewicht zunächst zerstören.
Unsere Aufgabe soll es sein, dieses Kunstwerk in all seiner Schönheit zu erhalten und zu bewahren, egal ob Dressur-, Freizeit-, Western- oder Springreiter. Die Gesundheit des Pferdes steht an
oberster Stelle! - unabhängig von Rasse, Typ oder Reitstil.
Kunst folgt immer gewissen Regeln, welche man kennen und wissen muss, um aus sich selbst und dem Pferd ein stimmiges Kunstwerk zu schaffen.
Die einzigen Regeln bei der Arbeit mit Pferden, denen es sich zu unterwerfen gilt und welche unveränderlich sind, sind die Gesetze der Natur. Diese sind ausnahmslos zu respektieren. Daher kann
es in der Pferdeausbildung kein einheitliches Schema geben. Jedes Pferd hat eine Persönlichkeit, eine Vergangenheit und eine hoffentlich glanzvolle Zukunft, in der es sich als das entfalten kann, was
es ist: Ein Pferd.
Gefühl und Einfühlungsvermögen sind gefragte Eigenschaften, welche sich nur über einen langen Zeitraum und unter der Voraussetzung des geduldigen Reiters entwickeln. Geduld dem Pferd gegenüber und
auch gegenüber sich selbst. Dazu gehört selbstverständlich der Verzicht auf jedwede Art von Hilfszügeln, welche das Pferd in seiner Natürlichkeit behindern, sowie reiterliche Schwächen und mangelndes
Einfühlungsvermögen kaschieren.
Ein lockeres, entspanntes Reitvergnügen ist nur gegeben, wenn alle Physischen und Psychischen Voraussetzungen vorhanden sind. Daher gilt es mit viel Geduld und Gespür zunächst das eigene
Körperverhalten zu schulen. Mit diesem wiederum kann das Pferd durch bewusste Gymnastizierung befähigt werden, den Menschen unbeschadet zu tragen. Das Pferd ist nicht mit Reiter auf dem Rücken
geboren und muss auf seine Aufgabe gut vorbereitet werden. Zwang und zeitlicher Druck dürfen hierbei keine Rolle spielen. Das Pferd, beziehungsweise das Geschick des Reiters geben das Tempo an und
müssen stets aufeinander abgestimmt werden. Der Weg ist das Ziel!
Alle Übungen dienen nicht dem reiterlichen Prestige, sondern dem gymnastischen Wert der Lektion für das jeweilige Pferd.
